Chilis

Etwa 6500 v. Chr wurden bei Mexico City schon wilde Chilis gesammelt. Wann die Menschen angefangen haben Chilis zu kultivieren, ist bis heute nicht ganz geklärt.
Man weiß, dass die Chilis damals schon zu Gewürzen verarbeitet wurden und dass  man sie  in Peru sogar als Währung akzeptierte.

Christopher Kolumbus brachte die Chilis von seinen Reisen mit nach Europa. 
Hier wurden sie als Pimienta bezeichnet, was so viel wie  Pfeffer auf Spanisch heißt.  Kolumbus‘ Arzt gab ihnen 1494 den heutigen Namen Capsicum. 
Capsicum annuum bedeutet einjähriger spanischer Pfeffer.

In Spanien wurden sie zuerst von Mönchen als Zierpflanze angebaut. Es dauerte einige Zeit bis man anfing die Früchte zu essen.

Erst 50 Jahre später begann der deutsche Medizinprofessor Leonard Fuchs Chilis näher zu erforschen. 

Von Südamerika fanden die Chilis ebenso ihren Weg nach Afrika und von dort aus nach Indien, China, Japan, Korea und den Philippinen. Indien ist heute der größte Chiliproduzent der Welt.  

Wissenschaftlicher Name: Capsicum annuum
Höhere Klassifizierung: Paprika
Familie: Nachtschattengewächse
(Solanaceae)
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Art: Spanischer Pfeffer (Capsicum)

Was sind Scoville?

Der Grad der Verdünnung, bei dem keine Schärfe mehr festzustellen ist, wird als Scoville-Grad angegeben.
(SCU für Scoville Units, auch: SHU für Scoville Heat Units) 

Reines Capsaicin entspricht  16 Mio Scoville.

Ein Scoville-Grad von 0 entspricht keiner Schärfe.
Eine Gemüsepaprika weist einen Wert auf, der zwischen 0 und 10 liegt. Ab einem Scoville-Grad von 16 können wir eine leichte Schärfe wahrnehmen.

Eine Carolina Reaper hat 2,2 Mio. Scoville. Man müsste also die 2.200.000-fache Menge Wasser zum Verdünnen nehmen um die Schärfe zu neutralisieren.

Capsicum

Capsicum ist die Gattung der Chili, Peperoni und Paprika-Pflanzen. Meistens sind die Schoten scharf.
Grund dafür ist das Capsaicin, welches nur Capsicum-Früchte in unterschiedlicher Konzentration  enthalten. Meist wird von Schoten gesprochen. Genaugenommen sollte bei den Früchten des Nachtschatten­gewächses allerdings von Beeren gesprochen werden.

Capsaicin

Capsaicin ist der Stoff der die Schärfe in Chilis verursacht. Die meisten Menschen nehmen 0,5ppm (parts per million) Capsaicin in Wasser gelöst als scharf wahr. 

Schärfer als das Gesetz erlaubt!

Pfefferspray hat etwa 2 Mio. Scoville. In einigen Ländern fällt das unter das Waffengesetz! Also Vorsicht bei scharfen Chilis wie der Carolina Reaper mit 2,2 Mio.

Einen interessanten Beitrag wie Schärfe den Geschmack beeinflusst gibt es bei Mary’s Kochstudio

Wildchili oder Züchtung

Es gibt rund 4.000 Chilisorten auf der Welt.
Diese lassen sich in fünf Capsicum Arten und ein paar  Wildformen einteilen.

Wilde Chilis und ihre Unterarten werden nur selten von Gärtnern und Farmern angebaut und sind somit relativ selten.

Die größte Gruppe stellt Capsicum annum  dar.
Viele scharfe Chilis gehören zur Gattung Capsicum chinense.

Seit fast 10.000 Jahren werden Pflanzen aus Capsicum-Familie gezüchtet. 
Neben einem hohen Ertrag spielt der Capsaicingehalt, die Größedas Aroma sowie die Form der Chilis eine Rolle.

Gezüchtete Chili-Sorten lassen sich meist diesen fünf Arten zuordnen.

Capsicum annuum

Capsicum annuum bedeutet einjähriger Pfeffer. Doch keine Sorge! Bei guter Pflege und der richtigen Überwinterung bleibt Dir deine Capsicum annuum mehr als ein Jahr erhalten. 
Sie ist die am weitesten verbreitete Chiliart weltweit. 
Bekannte Chilisorten wie die Jalapeño oder Cayenne, aber auch die gewöhnliche Gemüsepaprika, gehören zu dieser Chiliart. 

Innerhalb der Art Capsicum annuum kann man Chilis mit ganz verschiedenen Eigenschaften finden. Sie können sich in Form, Farbe sowie Schärfe unterscheiden. Am häufigsten findet man sie im Süden der USA und im Norden von Südamerika. 

Capsicum baccatum

Capsicum baacatum sind eher mittelscharf, leicht säuerlich und erinnern vom Geschmack her an Zitrusfrüchte. 
Sind weit verbreitet. Chilis wie die beliebten Aji-Schoten gehören zu dieser Art.
Sie werden hauptsächlich in Argentinien, Bolivien, Paraguay und Peru angebaut.

Sie gehören zu den größten Chilipflanzen und sollten etwas früher ausgesät werden als andere Arten.

Eine Besonderheit sind die gelb- oder grün-weißen Blüten.

Capsicum Chinense

Capsicum chinense lieben es heiß! Sie wachsen am besten wenn sie warme Temperaturen und sehr viel Sonne bekommen. Die Früchte der bekannten Habanero zum Beispiel brauchen sehr lange um zu Reifen und die Schärfe zu entwickeln. Dies ist ganz typisch für die Capsicum chinense.

Eine weitere Besonderheit von dieser Art ist der fruchtige Geschmack. 

Sie werden hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika angebaut. 

Capsicum Frutescens

Der bekannte Tabasco gehört zu dieser Art. Capsicum frutescens Chilisorten sind in unseren Breitengraden eher schwer anzubauen, da sie eine lange Wachstumszeit benötigen. Unsere Sommer in Deutschland sind meist einfach zu kurz. 
Mit einem künstlichen Pflanzlicht und der richtigen Temperatur ist eine Anzucht möglich. Die Samen müssen dann schon im Herbst ausgesät werden. 

Capsicum pubescens

Capsicum pubescens ist eine eher unbekannte Chiliart. Wenn Du selbst Chilis anbauen möchtest, solltest Du dir diese Chilis jedoch auf jeden Fall genauer anschauen, da sie im europäischen Klima, bei milden Sommern, auch gut gedeiht. 

Hauptsächlich werden diese Chilis  in Süd- und Mittelamerika angebaut.

Weitere Besonderheiten der Capsicum pubescens sind die violetten Blüten, der kräftige Stamm, die schwarzen Samen und die dunkelgrünen Blätter. 
Die Früchte sind dickwandig und eher mittelscharf. Eine bekannte Chilisorte aus dieser Art ist die Rocoto Chili aus Südamerika. 

Bei Ausgrabungen wurde festgestellt, dass die scharfen Beeren schon vor tausenden von Jahren gesammelt und gegessen wurden. Über den amerikanischen Kontinent verbreiteten sich Chilipflanzen von Mexiko nach Brasilien, Kuba und schließlich von den Südstaaten der USA bis Chile aus.