Chilisamen
Chili,  Wissenswertes

Chilis richtig pflegen

Je frischer die Chilisamen sind, desto höher ist die Chance dass sie keimen.
Bei getrocknetem Saatgut ist die Keimrate geringer und stark abhängig vom Alter, der Sorte und der Lagerung. 

Zum Glück kann die Keimrate von getrockneten Samen aber leicht wieder erhöht werden, indem man die Samen über Nacht einweicht. 

Die Aussat

Die optimale Zeit für die Aussaat ist zwischen Ende Januar und Mitte März.
Scharfe Chilis wie die Carolina Reaper haben eine wesentlich längere Reifezeit und sollten deshalb schon im Herbst unter einem Pflanzlich vorgezogen werden. 
Ich empfehle aber immer frühzeitig anzufangen, da die Sommer in Deutschland etwas kurz sind für Chilis.

Nachdem die Chilisamen über Nacht eingeweicht wurden, gibt man sie etwa 1cm tief in keimarme Anzuchterde. 
Chilis mögen es sonnig und warm. Eine sonnige Fensterbank mit Heizung ist gut geeignet oder man stellt sie unter eine Pflanzleuchte. 
Wenn man die Samen in einen Topf säht, sollte dieser mit Frischhaltefolie abgedeckt werden. Das verhindert das Austrocken. Dabei muss darauf geachtet werden, dass kein Schimmel entsteht.

Was passiert beim Einweichen? 

Die Samenschale wird weich und durchlässig. So kann der Keimprozess bald, um einiges erleichtert, beginnen. Der Keimling braucht dann viel weniger Kraft um die Schale zu sprengen. 

Kamillentee

Einfach einen Kamillentee aufbrühen und diesen mit kaltem Wasser verdünnen. Die perfekte Temperatur des Tee-Wassergemischs beträgt 23°C. Dann die Chilisamen hineingeben und über Nacht einwachen lassen. 

Kamillentee wirkt antiseptisch und nimmt den Bakterien und Pilzen die Vitalität den Chilis zu schaden. 

Zitronenwasser

Für Chilisorten, die weniger keimfreudig sind, funktioniert Zitronenwasser meist besser als Kamillentee.
Einfach eine Zitrone auspressen, den Saft mit etwas Wasser verdünnen und die Samen hineingeben. 
Die Samen sind erst dann optimal voll gesogen wenn sie zu Boden gesunken sind. 

Anbausubstrat

Es sollte locker sein. Nicht geeignet sind Erden, die beim Antrocknen verklumpen. Das verursacht meist ein kümmerliches Wachstum. 

Sehr dunkle Erden besitzen meist mehr organische Nährstoffe. Damit deine Chili keine nassen Füße bekommt, das mag sie nämlich gar nicht, ist eine Erde, die Nässe gut aufnimmt geeignet. Außerdem sollte überschüssiges Wasser ablaufen können, damit keine Staunässe entsteht. 

Chilis haben in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien auch unterschiedliche Nährstoffansprüche. 

 

Keimung

Bis sich die ersten richtigen Blätter gebildet haben, sind eine nährstoffarme Anzuchterde oder Quelltabs aus Kokos/ Torf am besten geeignet.  Ich persönlich habe mit Kokostabs sehr gute Erfahrungen gemacht. 

Umtopfen

Sobald sich das zweite Blattpaar gebildet hat, kannst Du deine Chilis umtopfen. Geeignete Erde ist zum Beispiel Tomatenerde, aber auch andere Gemüseerden sind in Ordnung.  Natürlich gibt es auch spezielle Chilierde, aber die ist meist teurer. Um die Erde etwas aufzulockern und einen besseren Sauerstoffaustausch zu ermöglichen, ist es sinnvoll Perlite und Vermiculit unterzumischen.

 

Schädlinge in der Erde

Man kann im Backofen Erde sterilisieren. Dazu einfach die Erde bei 120 – 130 °C ca 2 Stunden in den Backofen schieben. Das vernichtet Fliegeneier, Bakterien und Pilze.

Dünger

Damit deine Chili gut wächst und später viele Früchte trägt, benötigt sie die richtigen Nährstoffe.

Keimung

Auf keinen Fall düngen. Der Samen hat genügend Nährstoffe für die ersten Tage. 

Nach dem ersten Umtopfen

Auch wenn es spezielle Chili Dünger gibt, verwende ich ausschließlich Tomatendünger.  Grund dafür ist, dass ich nicht für jede meiner Pflanzen einen eigenen Dünger verwenden möchte. Tomaten gehören ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen und haben sehr ähnlich Bedürfnisse wie Chilis. 

 

Dosierung

Bei der Dosierung halte ich mich an die Herstellerangaben. Nur am Anfang, wenn die Pflänzchen noch sehr klein sind, gebe ich nur ein Viertel der Menge rein und steigere mich dann langsam bis ich die Herstellerangaben erreicht habe.
Spätestens ab dem 4. Monat gebe ich die volle Dosis Dünger. 

Die Chili-Blüte

Für mich ist die Blüte meiner Chilis jedes Jahr ein tolles Erlebnis. Die kleinen, zarten, meist weißen Blüten sehen unglaublich schön aus und sind ein absoluter Hingucker auf meinem Balkon. Wenn es dann endlich soweit ist, kann  ich es kaum noch erwarten bis sich die ersten Früchte bilden. 

Die erste Blüte einer Chilipflanze wird als Königsblüte bezeichnet. 
Viele Gärtner entfernen diese Blüte, weil dadurch das Höhenwachstum verbessert wird, die Pflanze dadurch mehr Blüten bildet und die Schoten meist größer werden.  

Blüten bestäuben

Wenn Du deine Chilis als Zimmerpflanzen hältst, fehlen Dir vermutlich die Bienen und Hummeln die diese Arbeit normalerweise für Dich übernehmen. Vielleicht möchtest Du aber auch deine Sorte nicht mit anderen vermischen und interessierst Dich deshalb für die Bestäubung. In beiden Fällen, findest Du hier eine Anleitung zur richtigen Bestäubung.

Chili Ernte

Wenn Du dich den Sommer über gut um deine Chilipflanze gekümmert hast, wirst Du schon bald eine tolle Ernte einfahren. Vielleicht sogar viel mehr als gedacht, Deshalb hier ein paar Ideen was Du mit deinen kostbaren Chilischoten anfangen kannst. 

Chilis trocknen
Chilis einlegen und befüllen
Chiliöl
Gewürzmischungen, Saucen und tolle Gerichte.

Tolle Rezepte findest du hier

Chilis überwintern

Wenn die Temperaturen draußen wieder sinken, fühlt sich deine Chili recht schnell unwohl. Du solltestsie etwa Mitte Oktober ins Haus holen.
Chilis mögen einen hellen Standort auf der Fensterbank. Bei 16-20 °C ist es durchaus möglich, dass sie weiter Blüten bildet. Natürlich fehlt auch hier wieder die Bestäubung durch Bienen und Hummeln. Wenn Du aber etwas nachhilfst, kannst Du das ganze Jahre frische Chilis ernten. 

Wenn dann im späten Frühjahr die Temperaturen Nachts wieder über 10°C klettern, kann die Chili wieder an einen sonnigen, geschützten Platz auf dem Südbalkon oder in den Garten gebraucht werden. 

Nährstoffe für deine Chili

Im Dünger-Dschungel den Überblick zu behalten, ist manchmal gar nicht so einfach. Ein liebenswürdiger Gärtner hat mir mal gesagt, ich soll während der Wachstumsphase immer einen Dünger mit viel Stickstoff nehmen und in der Blüte- und Fruchtbildungsphase sollte Kalium der dominante Nährstoff sein. 

Damit bin ich bis jetzt sehr gut klar gekommen. 

Weitere Tipps:

Wenn Du eine Capsicum annuum besitzt, knipse die frühen Blüten ab, damit sich nicht zu früh Früchte bilden. 
Bei einer Capsicum chinense sollte man sie dran lassen, weil diese Chilis ohnehin schon sehr lange für die Reifung benötigen.

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